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Mark Read
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Homo homini lupus - oder: Mehr Zäune!

Reden wir nicht lange drum herum: Es ist sonnenklar, was die Wurzel allen Übels in unserer Gesellschaft ist. Viel zu lange wurde das Problem toleriert, wir alle haben weggesehen, weil wir es nicht wahrhaben wollten, und jetzt sind wir davon umzingelt. Ja, jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand und sehen uns einer Gefahr gegenüber, die kaum mehr unter Kontrolle zu bekommen ist. Ich rede selbstverständlich vom Menschen.

Ja, wir werden von einer Menschenplage heimgesucht, die, wenn Sie mich fragen, hausgemacht ist! Ich meine, sehen Sie sich doch nur einmal um: Unsere Städte sind mittlerweile von Menschen überflutet, die sich in den allermeisten Fällen schlecht benehmen und erschreckend oft selbst rudimentäre Allgemeinbildung vermissen lassen. Das sind Wesen, die Helene Fischer und Scooter hören, die Mario Barth für lustig halten oder in aller Ernsthaftigkeit Ausdrücke benutzen wie "zum Bleistift" oder "Geht gar nicht". Menschen, die in größter Seelenruhe eine Rolltreppe herunterfahren, während unten hundert Frauen mit Kinderwägen darauf warten, dass sie die Richtung wechselt, und die dabei keine Miene verziehen. Leute, die zehnmal den Türöffner in der U-Bahn drücken, selbst wenn der Zug noch nicht einmal annähernd stehen geblieben ist. Personen, denen es nicht seltsam vorkommt, in einem vollgepackten Zug intime Handygespräche in voller Lautstärke zu führen. Eltern, die ihre Kinder Friedrich nennen oder Carlotta. Das sind die Gestalten, die mittlerweile in unseren Städten den Ton angeben und das Leben diktieren!

Brauchen wir uns da noch wundern, dass alles den Bach runtergeht? Wenn Sie mich fragen: Nein! Diese Art Mensch, die war doch nicht immer da. Die haben doch wir selbst erst hier angesiedelt, und jetzt haben wir den Salat. Ich meine, ich sage ja überhaupt nichts gegen wohl erzogene, gut dressierte, gebildete Menschen, sozusagen gegen die Krone der Schöpfung. Aber die Sorte ist in unseren Städten halt zunehmend am Aussterben. Um die noch zu finden, müssen Sie mittlerweile schon auf Adelssitze fahren. Die wirklich guten Menschen trauen sich doch nur noch in gepanzerten Limousinen mit getönten Scheiben in unsere Städte, und wer will es ihnen verdenken? Das, was sich bei uns rein evolutionstechnisch durchgesetzt hat, ist jedenfalls der ranzige Bodensatz. Eine Ausrottung ist fast schon unmöglich. Wir haben viel zu lange weggesehen, wie diese Gefahr in unserer Mitte heranwuchs, und jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand.

Ich sage: Das darf nicht so bleiben! Wir müssen Zäune an unseren Grenzen errichten, Mauern um unsere Städte, damit nicht noch mehr Menschen hereinkommen und alles mit ihrem Unwissen kontaminieren! Schluss mit der Übermenschung unserer Gesellschaft! Beziehungsweise, die wertvollen Menschen sollen natürlich trotzdem noch herein dürfen, nur damit hier kein falscher Eindruck von meiner Gesinnung entsteht. Ich habe ja nichts gegen Menschen, aber... Sie wissen schon. Wer in unser Land hinein will, der muss jedenfalls erst aufs Gesetz des gesunden Verstandes schwören und einen Grundwissenstest über Literatur und Musik absolvieren. Ich sage mal, wer den Inhalt von "Krieg und Frieden" in vier Sätzen prägnant zusammenfassen kann, der darf gerne bei uns bleiben. Die komplette Beatles-Diskografie aufzuzählen, und zwar die britischen und die amerikanischen Alben, das könnte ich mir auch als Kriterium vorstellen. Gegebenenfalls könnte man auch etwas niedriger ansetzen: wer die gängigen Gruß- und Abschiedsformeln beherrscht oder weiß, wie man einem Mitmenschen die Tür aufhält, darf bereits herein, muss dann aber erst einmal in ein Trainingslager, um die Grundlagen weiter zu verfeinern. Sie sehen, ich habe schon sehr konkrete Vorstellungen.

Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich muss dringend noch ein mit Weichzeichner bearbeitetes Bild eines wirklich putzigen Kätzchens in den sozialen Netzwerken hochladen.