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Mark Read
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NaNoWriMo: Was zum Henker das ist und warum ich mitmache

In der nächsten Woche beginnen zwei Dinge. Zum einen der November. Das ist nun keine Überraschung, denn der beginnt jedes Jahr am 1. November. Zumindest laut Kalender. Abgesehen davon fällt aber an eben jenem Tag auch der Startschuss für den NaNoWriMo 2015. NaNo… wie? Aufmerksame Leser meines Blogs wissen, dass ich mich im vorigen Jahr schon einmal mit diesem seltsamen Begriff beschäftigt und dort die Hintergründe dazu erklärt habe. Allen anderen sei gesagt, dass sich hinter dieser Abkürzung der "National Novel Writing Month" versteckt, ein ursprünglich aus den USA stammendes Projekt einiger literaturbegeisterter Nerds, das sich längst zum globalen Phänomen entwickelt hat. Das Ziel beim NaNoWriMo ist schnell erklärt: Einen Roman schreiben, und zwar einen mit mindestens 50.000 Wörtern. Darum geht es: In einem Monat die Grenze von 50.000 Wörtern erreichen und so die eigene Faulheit überwinden. Überarbeiten, erweitern und ausfeilen kann man das Geschriebene hinterher immer noch. Ein Wörterzähler auf der NaNoWriMo-Homepage hilft dabei, das Tagesziel zu dokumentieren und den Überblick darüber zu behalten, wie weit man von den 50.000 noch entfernt ist. Zu gewinnen gibt es selbstverständlich nichts, außer der Gewissheit, dass man es doch einmal durchziehen und ein Manuskript aus der Hüfte ballern kann, wenn es sein muss.

Nun, ich habe im vorigen Jahr mehr aus Neugier und Spaß teilgenommen. Mehr als eine grobe Idee für einen Roman hatte ich nicht, und dementsprechend habe ich dann irgendwann auch wieder aufgehört mit dem wirren Herunterschreiben. Interessant war es dennoch, so dass ich auch heuer wieder dabei bin. Diesmal mit einer etwas konkreteren Idee und vor allem mit dem Ziel, auch wirklich 50.000 Wörter zu schaffen. Wenn es weniger werden, aber der Fortschritt klar erkennbar ist: Auch kein Problem. Mehr verrate ich vorab noch nicht, aber ich habe mir im Vorfeld durchaus einige Gedanken gemacht, worüber ich schreiben möchte.

Was höre ich da? Einwände? Zum Beispiel den, dass man ja wohl auch ohne "National Novel Writing Month" ein Manuskript mit fuffzichtausend Wörtern oder mehr zu Stande bringen kann. Ach was? Natürlich kann man das. Man braucht genauso wenig eine Veranstaltung wie NaNoWriMo, um einen Roman zu entwerfen, wie man gute Vorsätze für das neue Jahr benötigt, um endlich abzuspecken. Aber es ist nun mal eine nicht zu unterschätzende Motivation, diesen mittlerweile großen Rahmen mit Millionen von Mitschreibern zu haben, und zudem ein klares Start- und klares Zieldatum. Zumal sich mittlerweile weltweit Teilnehmer beim NaNoWriMo zu Regionaltreffen verabreden, um gemeinsam an ihren Texten zu arbeiten. Ist nichts für mich, aber zur Überwindung des inneren Schweinehunds wohl eine sehr gute Sache. Zweiter Einwand: Seit wann muss ein guter Roman 50.000 Wörter haben? Das hat doch niemand behauptet. Die Grenze wurde halt von den Machern festgelegt, der Legende nach, weil F. Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" in der Originalfassung ungefähr so lang war. Selbstverständlich kann ein Roman auch kürzer sein – dann ist es halt ein kurzer Roman (huch!). Oder er nimmt epische Ausmaße an und landet beim dreifachen Wordcount. Die Frage der idealen Länge eines Romans ist vermintes Terrain, auf das ich mich an dieser Stelle nicht begeben will. Das muss jeder Leser genau wie jeder Autor für sich selber definieren. Meine bislang längste veröffentlichte Erzählung, "Der Andere", bringt es auf rund 11.000 Wörter. Das ist auch schon viel. Aber das schöne am NaNoWriMo ist, dass er mich durch die willkürlich festgelegte Grenze von 50.000 eben dazu motiviert, meine Messlatte deutlich nach oben zu legen. Ich bin gespannt, was diesmal dabei herumkommt.

Ach so: Weitere Infos - vermutlich auch zum NaNoWriMo - gibt es auch bei Facebook und Twitter