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Mark Read
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Was man in diesem Zusammenhang auch noch erwähnen sollte

Ich habe mir vorgenommen, mehr Texte über Dinge zu schreiben, die ich gut kann. Also habe ich eine Bestandsaufnahme gemacht und mich selbstkritisch hinterfragt, was es eigentlich überhaupt ist, das ich gut kann.

Schnell hat sich herauskristallisiert, dass ich die nervige Angewohnheit habe, schnell abzuschweifen. Also habe ich beschlossen, genau darüber etwas zu schreiben, also sozusagen einen gewitzten Text über – a propos Text: Ich habe vor kurzem einen wirklich außergewöhnlich guten Kommentar zu Donald Trump irgendwo im Internet gelesen. Da ging es darum, dass Trumps Mythos als erfolgreicher Self-Made-Millionär eigentlich kaum auf Tatsachen beruht. Wissen Sie, wie viele Millionenprojekte der schon im großen Stil in den Sand gesetzt hat? Das ist Wahnsinn! Wenn er wirklich Präsident werden sollte und damit Nachfolger von Barack Obama – übrigens der einzige US-Präsident, der je einen Nobelpreis gewonnen hat, womit tatsächlich eine Gemeinsamkeit zwischen Obama und Günter Grass besteht. Ach ja, Grass. Mensch, das ist ja jetzt auch schon wieder einige Zeit her, dass dieser große Denker von uns gegangen ist. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Ich erinnere mich daran, wie ich in Lübeck das Grass-Haus besucht habe, nur wenige Monate vor seinem Tod. Finden Sie es nicht auch schade, dass Grass nicht mehr da ist? Das war wenigstens einer, der beharrlich ein Leben lang den Mund aufgemacht hat und sich nicht immer gedreht hat wie ein Fähnchen im Wind. So etwas gibt es heutzutage ja gar – ach ja, beim Stichwort "Wind" fällt mir ein: Hätte es nicht neulich angeblich diese Orkanböen geben sollen? Hatten nicht schon wieder sämtliche Medien Tage im Voraus davor gewarnt und die Hysteriemaschine auf Vollgas gestellt? Da wurden ja mal wieder Weltuntergangsszenarien verkündet, die "Bild" schrieb vom "Horror-Tornado", oder war es der "Hitler-Orkan", ich weiß es nicht mehr genau, die Attribute sind bei der "Bild" ja beliebig austauschbar, und dann wehte jedenfalls nur ein zarter Frühjahrswind. Ein laues Lüftchen, mehr nicht! Genau wie die Parolen der AfD übrigens. Ach, da schwillt mir ja bei der bloßen Erwähnung des Namens schon der Kamm! Von wegen Alternative für Deutschland! Letztlich verpackt die AfD ja ihre extrem konservativen Positionen mit deutlichem Rechtsdrall ja nur in hübsch aufbereitete Häppchen, die dem gemeinhin uninformierten Dummdeutschen vorgaukeln sollen, er wäre seit Jahren Opfer einer gigantischen und von oben verordneten Ausbeutung. Über die Propaganda-Methoden der AfD wollte ich auch schon längst mal einen Text schreiben, aber ich habe es dann doch wieder vergessen, weil… oh, beim Stichwort "vergessen" fällt mir ein, dass ich auch schon einmal durchaus viele Ideen für einen Text über To-Do-Listen und den grassierenden Selbstoptimierungswahn gesammelt hatte. Aber das gehört nun nicht hierher. Wobei, das muss ich kurz loswerden: Ist das nicht grotesk, wie wir alle rund um die Uhr immer mehr zu Perfektionisten erzogen werden? Fällt Ihnen das auch auf? Wer heutzutage einen Fehler begeht, wird ja sofort im Internet an den Pranger gestellt. In den sogenannten "sozialen" Medien. Die in Wahrheit nur sozial in dem Sinne sind, dass sich der Mob hier binnen Minuten zur Steinigung zusammenrotten kann. Bizarr an dieser Form der öffentlichen Bloßstellung ist aber, dass uns die Werbeindustrie in jeder noch so banalen Werbung vorgaukelt, wir müssten verrückt und chaotisch sein, einfach mal ausbrechen aus geordneten Bahnen und so weiter. Dabei wollen sie genau das verhindern. Ich meine, schauen Sie sich doch mal die jungen, perfekten, durchtrainierten Werbefiguren an, wirken die in irgendeiner Weise rebellisch oder verrückt?

A propos verrückt: Kürzlich habe ich einen wirklich außergewöhnlich guten Kommentar zu diesem durchgeknallten Donald Trump irgendwo im Internet gelesen. Aber ich schweife ab…


Bild-Copyright: Gage Skidmore / flickr